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Im Jahr 2007 erkrankte der Hausmeister an der
Realschule. Die Damen der Bibliothek Leseratte
übernahmen die Versorgung der Schüler und schmierten für die 1. Große
Pause Brötchen. Das Angebot kam sehr gut an, war aber für die Mütter eher als
Übergangslösung gedacht. Um das ganze Angebot als „Dauereinrichtung“ zu
gestalten habe ich mich als damaliges Schulelternbeiratsmitglied mit einem
entsprechenden Vorschlag an den SEB (Schulelternbeirat) gewagt. Dabei bin ich
recht praktisch vorgegangen und habe einfach vorbereitete Brötchen zur Sitzung
mitgebracht. So konnten sich alle „geschmacklich“ ein Bild machen.
Die Brötchen waren im SEB angekommen, jetzt
mussten noch die Schüler- und Lehrervertretung überzeugt werden. Außerdem
musste ein Alternativ-Angebot für den Hausmeister erarbeitet werden. Da an der Realschule Projekttage anstanden, habe
ich dann das „Gesunde Frühstück“ mit einigen Schülern/innen ganz praktisch
erarbeitet. Am abschließenden Samstag konnten sich dann auch die Eltern vom
zukünftig machbaren „Gesunden Frühstück“ überzeugen und geschmacklich
einlassen.
Daran anschließend wurden zarte Bande mit dem
Seniorenbeirat der Stadt Linz geknüpft, um einige Senioren für das Projekt zu
gewinnen. Es sollte eine Zusammenarbeit Jung für Alt, Alt für Jung werden. Hier
kam Herr Schulz, der damalige Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Linz
dazu. Ich kannte ihn von der gemeinsamen Arbeit für das Ganztagsangebot der
Grundschule Linz. Er brachte gleich 12 Damen und Herren zur Unterstützung mit.
Schulintern war dann die praktische Zusammenarbeit
mit Frau Frenzel als Hauswirtschafts-lehrerin große Klasse. Sie hat uns in „ihrer
Küche“ einen Schrank für unsere Arbeitsutensilien bereitgestellt. Mit Herrn Westhofen, dem Hausmeister, habe ich
dann ein alternatives Angebot für seinen Kiosk erarbeitet. Das „Gesunde
Frühstück“ bleibt in der 1. Pause und er hat die 2. Pause für „sich“.
Wie zu erwarten waren alle anfangs gleichzeitig
neugierig und skeptisch. Im Laufe der 3½ Jahre ist die Akzeptanz sehr
gestiegen. Lehrer und Schüler nutzen das „Gesunde Frühstück“.
Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag gibt es das
gesunde Frühstück. Donnerstags sind die Schüler mit Ihrer Kuchentheke dran
(vorausgesetzt, der Hofdienst war in der vorangegangenen Woche gut verrichtet).
Organisatorisch war mir von Anfang an wichtig,
dass jede(r) Helfer/in nur 2x pro Monat
mithelfen sollte. Es ist ja eine
ehrenamtliche Tätigkeit und sollte nicht zu anstrengend werden, damit es sich
auch auf Dauer hält.
Die ersten 1½ Jahre war ich dann mehr oder weniger
an allen vier Tagen da. Ich wollte alle Helfer/innen kennenlernen und natürlich
anlernen. Dabei ging es meist sehr spaßig zu.
Um die gebrauchten Mengen schmieren und schnippeln
zu können, brauchte ich schließlich zwei Helferinnen oder Helfer. So waren
mindestens 16 bis 20 Helfer/innen nötig.
Ganz wichtig war in diesem Zusammenhang auch die Beachtung der Hygieneregeln. Alle
Helfer/innen waren aufgefordert in Neuwied eine mehrstündige Einführung
mitzumachen, damit die erforderliche Sorgfalt im Umgang mit den Lebensmitteln
gewährleistet wird. Hierzu konnten wir nach einigen Telefonaten die Leitung des
Gesundheitsamtes Frau Dr. Kölb, davon überzeugen ( auch aus wirtschaftlichen
Gründen !! ) das die Schulung in der Schule in Linz durchgeführt wurde. Durch
eine genaue Vorabschulung mit Hilfe der
entsprechenden Unterlagen war die Belehrung in kürzester Zeit zur
Zufriedenheit Aller abgehakt. Nach einer Woche erhielten alle
Teilnehmerinnen Ihr Gesundheitszeugnis.

Nachdem
wir nun die „Äußerlichkeiten “
geschafft hatten ging es an die tägliche Organisation. Einkauf und die Brötchenorganisation habe ich
anfangs alleine bewältigt. Zwischendurch hatte ich immer wieder Frauen wie z.B.
Frau Friese, die mich beim Einkaufen usw. unterstützten. Viele weitere organisatorische
Dinge wie Pläne erstellen, Telefonlisten abstimmen oder Termine koordinieren
mache ich nach wie vor von zu Hause aus.
Ein bis zweimal pro Schulhalbjahr treffen sich
dann alle Helfer/innen in der Schule, um sich in die vorbereiteten Listen
einzutragen. Die Listen sind dafür gedacht, dass ich immer wusste, wer wann
arbeitet. So konnte ggfs. getauscht oder bei Krankheit Ersatz gefunden werden.
Das „Gesunde Frühstück“ finanziert sich selbst,
weil alle Helfer/innen ehrenamtlich tätig sind. Mit den Brötchen wird ein
kleiner Gewinn erzielt, der aber sofort wieder in kostenloses frisches Obst und
Gemüse für die Schülerinnen und Schüler investiert wird. Meist gelingt es sogar
für die Monate, in denen das frische Obst und Gemüse teurer ist, ein kleines Polster
anzulegen.
Durch den Zusammenschluss der Realschule Linz mit
der Dualen Oberschule Linz zur Realschule plus
Linz/Rh. muss das „Gesunde Frühstück“ pausieren. Die Örtlichkeiten am oberen
Standort lassen einen reibungslosen Ablauf derzeitig noch nicht zu und die
entsprechende Menge an Helfern zu finden gestaltet sich noch schwierig.
Ein Highlight gab es allerdings noch im Herbst
2010. Das „Gesunde Frühstück“ wurde mit seinen Helfer/innen für den
Ehrenamtspreis des Seniorenbeirates der Stadt Linz/Rh. nominiert und
schlussendlich auch ausgezeichnet.
Im Namen aller Helfer/innen durfte ich den Preis entgegennehmen.
Christiane
Bauer
Dipl. Ing. für
Lebensmitteltechnologie |